Seit Monaten schwebten ueber den Autobahnen an langen Pfaehlen schon die Superbowl Plakate. Das Fernsehevent des Jahres – und im Gegensatz zu den Werbungen, in denen RTL und Co. das versprechen, stimmt das hier wirklich – fand dieses Jahr in Phoenix statt! Ich hatte leider keine Karten, aber dafuer Plaetze in der ersten Reihe vor unserem Zwei-Meter-Fernseher, der „den Superbowl zu dir nach Hause bringt“ (Ja, das ist jetzt ein Werbespruch).
Die Fussballbundesliga ist doch irgendwie langweilig. Meist weiss man in den letzten paar Wochen sowieso, dass Bayern Muenchen Meister wird – naja, eigentlich weiss man das schon am Anfang der Saison, aber man wird ja wohl noch hoffen duerfen.
Football ist da anders! Die New England Patriots hatten alle ihrer 18 Spiele gewonnen, als sie mit breiter Brust am Sonntag in das „University of Arizona“-Stadion einzogen. Trotzdem hatten sie noch nicht automatisch den grossen Pokal in ihren Haenden. Sie mussten erst noch die New York Giants, ein Wildcardteam, das eigentlich als Aussenseiter gehandelt wurde, bezwingen.
Ein kleiner Einschub, wie die NFL (National Football League) funktioniert: Es gibt 32 Teams. Sie sind in vier Divisonen unterteilt und tragen „Gruppenspiele“ gegeneinander aus, in denen die vier besten Teams ermittelt werden – zumindest vereinfacht gesagt. Das genaue System, wer wie gegen wen spielt, ist ziemlich verwirrend. Letztendlich kommt es darauf an, dass du in deiner Gruppe die hoechste Punktzahl erreichst. Diese vier Besten duerfen naemlich mit zwei sogenannten „Wildcard“-Teams, den zwei naechstbesten, in einem K.O.-System um den Superbowl kaempfen!
Die Regeln des Football habe ich an anderer Stelle schon in einem Unterartikel erklaert. Suchfunktion benutzen!
Natuerlich war dieses Sportereigniss schon am Donnerstag und Freitag Thema in der Schule. Es wurden jede Menge Parties geplant, auf denen man zusammen Fernsehen gucken wollte. Was mich ueberraschte war, dass viele ganz einfach sagten: „Ich bin ueberhaupt kein Footballfan, aber ich guck mir den Superbowl wegen der Werbeunterbrechungen an.“
Wenn man so etwas hoert, kann man auch verstehen, wieso 30 Sekunden um die 2.5 Millionen kosten koennen! Eine Werbepause, die tatsaechlich von Anfang bis Ende angesehen wird, die nicht zum Pinkeln oder „Bier holen“ genutzt wird?
Auch meine Gastfamilie hatte eine Party geplant und so wurde am Sonntag ordentlich Essen vorbereitet und „traditioneller“ Quark-Dipp fuer Chips zusammengeruehrt. Kurz vor vier kamen die ersten Gaeste, um halb fuenf begann das Spiel. Wir „Kinder“ klebten in der Garage vor dem Riesenfernseher, die Erwachsenen machten es sich im Wohnzimmer gemuetlich.
Die ersten drei Viertel des Spiels waren sehr maessig, da die Defensivmannschaften beider Teams ueber weite Strecken viel zu gut standen, und das Ende war einfach nur verrueckt.
Die viel geruehmte Halftime-Show war sehr maessig. Ich fand die Musik nicht so toll und auch der „Special Effect“, dass der Umriss einer Gitarre neonerleuchtet ueber dem Feld schwebt, war nicht wirklich der Bringer.
Trotzdem konnte ich verstehen, wieso viele den Superbowl der Werbung wegen einschalten. Eine gute Anzahl von Firmen benutzen die 30 Sekunden jedes Jahr, um eine neue Werbekampagne zu starten, und setzen ihre besten und lustigsten Werbungen in diese 2.5 Millionen Dollar teuren 30 Sekunden.
Wer Lust hat sich selbst von der Qualitaet zu ueberzeugen, findet die Werbungen auf http://www.myspace.com/superbowlads.
Tja, zum Ende des Spiels … was soll ich sagen. Ich will euch jetzt nicht wieder mit allen moeglichen Spannungsphrasen auf den Geist gehen und mache es kurz: Die Giants haben gewonnen! Man war das ein Jubel in unserem Haus voll ehemaliger New Yorker. Und wie sie gewonnen haben: Alle fuenf Minuten wechselte die Fuehrung und die letzten zwei Minuten, in denen die Giants den spielentscheidenden Touchdown erzielten, zogen sich scheinbar endlos hin. Da das Team vor jedem Spielzug immer die Strategie abspricht, die Uhr allerdings waehrenddessen weiterlaeuft, nahmen nun beide Coaches ihre drei Timeouts zu Hilfe, um den Spielern Zeit zu verschaffen, sich zu besprechen. Jede Sekunde konnte den entscheidenden Vorteil bringen.
Letztendlich hielten die New York Giants die schimmernde Trophae in ihren Haenden.

Ich habe beschlossen, mein Schreibpensum auf „alle drei Tage“ zu reduzieren. Wenn ich Zeit habe, werde ich natuerlich immer einen Text verfassen, allerdings passiert a) nicht so viel Berichtenswertes, allerdings so viel b) „Normales“, dass ich ziemlich beschaeftigt bin.
Nebenbei: Wir haben momentan noch einen Austauschschueler bei uns. Kimmey aus China besucht mit neun anderen fuer eine Woche die Schule meines Gastbruders Jake und wir haben ihn bei uns aufgenommen.
Ich hatte dazu während der Tagesthemen im Ersten so an Dich denken müssen: haben die in früheren Jahren im Öffentlich Rechtlichen Deutschen Fernsehen in den Nachrichten auch schon die Ergebnisse und Spielausschnitte von Football gezeigt? Habe ich das vor Deiner Abreise nur nicht registriert oder wird das heute erst in die Berichterstattung aufgenommen, weil Du in Arizona bist?
Das Ergebnis hatte ich dann trotz all dieser Gedanken zwar auch mitgekriegt, aber Deine Berichterstattung lässt alles, was da im Fernsehen war, verblassen! –
Hast Du noch nicht gemerkt? Ich gucke jeden Tag mindestens mehrmals, ob sich was getan hat: immer, wenn ich während der Arbeit eine schöpferische Pause brauche (das sind die vielen Zugriffe!) – Und wenn dann – nach 2 oder 3 oder mehr Tagen – was Neues da ist, find ich das toll.
Viel Spaß weiterhin!
@giesela: Ha, dat geht mir genau so, ich schau auch alle paar Stunden rein und freu mir ein Loch in den Bauch wenn er dann mal wieder „schöpferisch“ tätig war
Und nein, der Superbowl wird höchstens wenn überhaupt meistens auf den Sportsendern übertragen. Außer im diesem Jahr auch auf dem 1.ten oder war´s beim ZDF??
@David: toller Bericht, aber wieso man wegen der Werbepausen sich ein Spiel anschaut ist mir ein Rätzel, so toll fand ich die Werbung dann nu auch wieder nicht.
gruss
Andreas
Ha. Die Favoriten haben verloren muhaha
Hi Dave!
Yep – der Superbowl hat hier in diesem Jahr wirklich ungewöhnlich hohe Wellen geschlagen. Und auch ich habe beim Nachrichten schauen an Dich (und Deine Ex-NewYorker) gedacht.
Und ja, auch ich gucke alle paar Stunden nach, ob es was Neues von Dir gibt!
Ich habe gestern meine neueste Zeichnung fertig gemacht und musste auch dabei die ganze Zeit über an Dich denken. Mann, was müssen Dir die Ohren klingeln!
Das liegt allerdings an Deinem Post vom 18.08.07…
Eigentlich würde ich das Bild hier gern reinkopieren, lässt er mich aber nicht!
Jetzt kommt’s halt per Mail – alle anderen Leser müssen auf den „geilen Hintern“ verzichten!
Weiterhin viel Spaß und alles Liebe!
Das Cousinchen
Der Smily hinter Silkes „Verzichten“ ist – finde ich – aber sowas von unangebracht!!! – Ich will den schließlich auch sehen …. und Du kannst ja offensichtlich Bilder einstellen, nicht war? Deutlicher muss ich Deine Aufgabe nicht definieren, oder?