Es ist eigentlich bloed, dass ich diesen Artikel erst zwei Wochen nach meinem Ausflug schreibe, aber vielleicht wird er dadurch ja kuerzer. Das waere ja schon mal ein Vorteil. Am zweiten Tag haben wir naemlich viele touristische Attraktionen abgeklappert und dementsprechend gibt es natuerlich auch viel zu berichten.

Das morgendliche New York aus dem dritten Stock des Time Warner Buildings (Columbus Circle)
Der Tag begann mit H&H Bagels. Von diesem sagenumwobenen Platz hatte ich schon in der allerfruehesten Planungsphase unseres Trips gehoert. Die kleine Eckbaeckerei, zu der mein Gastvater David und ich uns am fruehen Morgen aufmachten, war bis unter die Decke voll: vor der Theke mit Menschen, hinter der Theke mit einem riesigen Bagelofen, in dem grosse Metallplatten mit dem Gebaeck rotierten. Es roch verfuehrerisch und der halbe, noch warme Bagel, den David mir auf dem Rueckweg in die Hand drueckte, rechtfertigte auf jeden Fall den Weg von knapp einer Meile, den wir auf uns genommen hatten.
Bekanntlich ist New York ja auf dem Reissbrett entstanden und hat daher nicht nur alle West-Ost-Strassen fein saeuberlich nummeriert, sondern ist auch so eingerichtet, dass 20 Querstrassen eine Meile sind. Unser Apartment war auf 61st Street, H&H Bagles auf 80th. Aber trotzdem, das anschliessende Fruehstueck mit New Yorker Bagles war den Weg eindeutig wert!
Bagles kommen naemlich urspruenglich aus … na? Natuerlich, New York und jeder New Yorker schwoert, dass die Bagels im restlichen Land totale Teigverschwendung sind. So weit wuerde ich vielleicht nicht unbedingt gehen, aber H&H darf sich durchaus zu den Sehenswuerdigkeiten New Yorks zaehlen.
So mit warmen Bagels und Raeucherlachs gestaerkt, brachen wir auf, den Tag mit dem Wahrzeichen schlecht hin zu beginnen. Die Freiheitsstatue war ziemlich mickerig. Vielleicht kam mir das nur so vor, weil ich vorher in riesigen Haeuserschluchten unterwegs gewesen war, aber ohne das Fundament auf dem sie steht, wuerde sie knapp ueber die Baeume ragen.
Da man seit 9/11 nicht mehr hoch kann, die Schlange nur fuer die Besichtung des Fundaments immer noch endlos war, haben wir beschlossen, nur die vorueberfahrende Faehre zu nehmen und die Freiheitsstatue aus dem Blickwinkel zu bestauenen, den hunderte Jahre vor uns die ankommenden Siedler bejubelt haben.
Ich habe unglaublich viele Bilder von immer den gleichen beidenMotiven gemacht: Auf dem Hinweg war es die Feiheitsstatue, auf dem Rueckweg die Suedspitze von Manhatten. Auch wenn man auf mindestens der Haelfte der Fotos kaum etwas erkennen kann, weil ich noch zu weit weg bin, war selbst von dem Blickwinkel die Aussicht einfach ueberwaeltigend … und zehn Meter weiter noch ueberwaeltigender. Fotos koennen das eigentlich gar nicht so richtig zeigen.


Zurueck am Bootsanleger liess ich mir von einem Touristen uebers Ohr hauenden Verkaeufer ein Souvenir fuer $ 3 andrehen, das meinem Gastvater David ganz viel Freude bereitet hat.
Es gibt auch ein Bild von mir mit der gruenen Krone, aber das ist in der Kamera von David und ich weiss leider ueberhaupt nicht, wo die ist, also kann ich es nicht herunter laden und euch zeigen. Was ein Pech aber auch.
Ups, ich habe was in meinem Bericht vergessen. Das faellt mir jetzt gerade so auf, als ich durch die Fotos blaettere:
Auf dem Weg zur Suedspitze von Manhatten sind wir am Ground Zero vorbei gekommen. Wir bogen in eine der sonnendurchflutete Strassen ein und da war es. Aus einem riesigen Loch zwischen den glaenzenden Hochhaeusern des Financial District ragten hohe Kraene auf. Sonne ist auf dem New Yorker Buergersteig selten, aber da hier keine Wolkenkrater ihre Schatten warfen, war es angenehm warm. Man konnte eigentlich gar nicht viel sehen, da alles von einem Bauzaun umgeben war, der genau seinem Zweck diente: Er zaeunte eine riesige Baustelle ein.
Es war schon ein wenig bedrueckend, aber nur, weil man wusste, was hier geschehen war – sonst sah es wie jede andere Grossbaustelle aus.
$1 Milliarde Dollar sollen ausgegeben werden um ein paar Wasserfaelle dort zu bauen. (Zum Vergroessern der Fotos draufklicken)
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Nachdem mein Gastvater genug Freiheitsstatue gespielt hatte, fuhren wir mit der U-Bahn alle nach Little Italy, das ausser einer Pizzeria neben der anderen und Parkuhren, in den Farben der italienischen Flagge bemahlt, wenig zu bieten hatte.
Es war wirklich nicht so spannend. Keine Mafia auf den Strassen, einfach nur kleinere und groessere Pizzerien; die ganze Strasse entlang.
Wir blieben auch nicht zum Essen, sondern machten uns auf den Rueckweg zum Apartment, der uns allerdings vorbei an Central Station fuehrte, die huebsch barock aber ansonsten auch nicht der Bringer war. Die Decke ist mit einem Sternenhimmel bemahlt und erinnert ein bisschen an die Grosse Halle aus Harry Potter.
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Weitere Sehenswuerdigkeiten auf dem Nachhauseweg waren die St. Patricks Cathedral und Rockefeller Center. Ich finde ja schon, dass wir in Deutschland zu viele Dome haben, die besichtigt werden muessen. Ein gothischer Dom mehr, den ich besichtige, beeindruckt mich da eher weniger. „So, jetzt kenne ich diesen Ort auch, wenn er mal wieder in irgendeinem Buch oder Film erwaehnt wird“, war meine Reaktion.
Rockefeller Center war da schon besser, auch wenn wir uns dort nur so lange aufgehalten haben, bis wir ein Taxi gefunden hatten, das uns zurueck zum Apartment brachte. Dieser gigantisch hohe Gebaeudekomplex fuehrt einem schon gut die Macht des Rockefeller Imperiums um 1900 vor Augen. Im Oelgewerbe steckte schon damals eine ganze Menge Geld drin.
Ein toller zweiter Tag, dem ich jetzt endlich auch mal gerecht werden konnte. Morgen/Uebermorgen dreht sich natuerlich alles um den Superbowl … dementsprechend auch der naechste Artikel.






Liegt ja schon wieder an der Kette, der Schweinehund! Ich hoffe, er hat sich nicht gar zu sehr gewehrt!
Und Dein Bericht vom zweiten Tag: Kommentar überflüssig – klasse wie immer!
Ich habe beschlossen, auch mal was „von der Welt“ sehen zu wollen und mal eben bei „ab-in-den-Urlaub“ auf „buchen“ geklickt! Zwar nicht bis New York sondern nur nach Florenz, aber unsereins fängt ja klein an.
Wie nett, da kommt man wieder, und der New York-Eintrag ist da=)
Sehr toller Text, unterhaltsam… Und die Fotos sind Klasse