… ja, ich weiss, das ist schon ein wenig her!!! Aber ich habe ja auch schon lange nicht mehr geschrieben. Tut mir Leid.
Die Einen sagen, die Roemer waren’s – die Anderen behaupten mit verschwoererischer Stimme, der Tod zwei Heiliger und eines Priesters, allesamt genannt Valentine, sind verantwortlich fuer den Tag der Liebe.
Die Wahrheit ist: Das Warum ist vollkommen uninteressant. Das einzig Wichtige ist, dass die Blumen- und Grusskartenindustrie ordentlich Geld scheffelt, denn dies ist ja schliesslich Kapitalismus hier!
So wurden wir schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Ereignis von unserer Musiklehrerin aufgefordert, doch nette kleine Kaertchen, die es in ganzen Reissbloecken zu kaufen gibt, zu besorgen und fuer jeden einzelnen aus der Klasse eine nette Valentinsbotschaft zu schreiben. Einen Tag vorher wollte man dann Papiertueten mit Herzchen, Glitter und ganz viel Rosa bemalen und diese an die Waende des Klassenraums haengen, so dass jeder seine Kaertchen dort hinein stecken koennte.
An der Schule meines Gastbruders wurden vom StuGo Herzchenaufkleber an die Jungen ausgehaendigt, die sie sich an die Kleidung heften sollten. Wenn ein Maedchen diesen Sticker stahl, musste der Junge ihr am naechsten Tag ein Valentinsgeschenkt machen und sozusagen ihr „Valentine“ sein.
Und auch mein Gastvater suchte fieberhaft nach dem besten Geschenk und der lustigsten Karte fuer Nancy.
Ganz Amerika ist im Valentinsfieber … Ganz Amerika? Nein! Ein einzelner Austauschschueler weiss nicht, wie ihm geschieht, und findet den Rummel sehr merkwuerdig. Wo in Deutschland die Blumengeschaefte Millionen in Anzeigen investieren, um die Leute erst einmal daran zu erinnern, dass es einen Valentinstag gibt, konkurrieren hier ausnahmslos alle Schaufenster darum, das perfekte Geschenk zu haben!
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Es ist echt peinlich, wenn man keine Treppen steigen kann, weil die Oberschenkel bei jedem Heben so hoellisch brennen, dass man am liebsten einen Fluch ausstossen wuerde, der einem garantiert sofort einen Referral und ein Gespraech mit der Schulleitung einbringen wuerde.
Seit Monaten schwebten ueber den Autobahnen an langen Pfaehlen schon die Superbowl Plakate. Das Fernsehevent des Jahres – und im Gegensatz zu den Werbungen, in denen RTL und Co. das versprechen, stimmt das hier wirklich – fand dieses Jahr in Phoenix statt! Ich hatte leider keine Karten, aber dafuer Plaetze in der ersten Reihe vor unserem Zwei-Meter-Fernseher, der „den Superbowl zu dir nach Hause bringt“ (Ja, das ist jetzt ein Werbespruch).
Wir haben in der Kueche so einen kleinen Fernseher in einer Niesche sitzen, der quasi immer eingeschaltet ist und entweder Schwarz-Weiss Filme zeigt oder Nachrichten. Als ich gerade in die Kueche kam, zog die Nachrichtenspraecherin der Lokalnachrichten mit einer unglaublichen Meldung meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie verkuendete doch tatsaechlich mit hochwichtiger Miene, dass heute nationaler „Bubble Wrap Appreciation Day“ waere.